Farbzuordnung: RAL, ORACAL, PANTONE

Die Tabelle, die ORACAL-641-Folien den Farben RAL und PANTONE zuordnet, liegt seit 2016 auf dieser Website und ist seither die meistbesuchte Seite des Bereichs. Hier steht sie noch einmal, in Ordnung gebracht: mit Farbmustern, den Codes aller drei Systeme und einer Erklärung, warum eine solche Zuordnung grundsätzlich nur ungefähr sein kann.

Drei Systeme, die oft verwechselt werden

RAL, PANTONE und ORACAL sind nicht drei Namen für dieselbe Sache, sondern drei unabhängige Kataloge für unterschiedliche Materialien. Es gibt keinen gemeinsamen Standard, der sie exakt verbindet — nur nächstliegende Entsprechungen, nach Augenmaß und mit Messgeräten bestimmt.

RALLack und PulverVier Ziffern: 1003, 5015Die erste nennt die FarbgruppeRund 220 FarbtöneWo es vorkommt:Fassaden und FensterStahlkonstruktionenPulverbeschichtungPANTONEDruck und Corporate DesignNummer plus Suffix: 185 CC — gestrichen, U — ungestrichenÜber 2000 FarbtöneWo es vorkommt:Logos und Brand BooksDruckerzeugnisseVerpackungORACALselbstklebende FolieDrei Ziffern: 010, 070641 — die matte SerieRund 60 Farben in der SerieWo es vorkommt:Schilder und TafelnFahrzeugbeschriftungSchaufensterDie Systeme sind unabhängig: eine exakte Entsprechung gibt es nicht, nur den nächsten Farbton
Drei Farbkataloge und der Einsatzbereich jedes einzelnen

RAL entstand 1927 in Deutschland als einheitliche Farbliste für die Industrie. Die klassische Palette RAL Classic nutzt vierstellige Nummern, deren erste Ziffer die Gruppe nennt: 1000er sind Gelbtöne, 2000er Orange, 3000er Rot, 5000er Blau, 6000er Grün, 7000er Grau, 9000er Weiß und Schwarz. Heute ist das der De-facto-Standard für Pulverbeschichtung, Fassadensysteme, Fenster und Stahlkonstruktionen.

PANTONE ist ein System von Sonderfarben für den Druck, eingeführt 1963. Die Nummer (185 C, 286 U) bezeichnet eine fertige Farbe, keine Mischung aus vier Prozessfarben. Das Suffix nennt das Papier: C für gestrichen, U für ungestrichen. Eine Hausfarbe wird im Brand Book meist in PANTONE festgehalten, gerade weil sie sich so in jeder Druckerei gleich reproduzieren lässt.

ORACAL ist der Katalog selbstklebender Folien des deutschen Herstellers Orafol. Die Nummer steht hier nicht für eine Farbe im Allgemeinen, sondern für eine bestimmte Folie einer bestimmten Serie: 641 ist die wirtschaftliche matte Serie für Innen- und Außenwerbung, 651 die glänzende mit längerer Lebensdauer, 751 die gegossene für komplexe Flächen. Dieselbe Farbnummer ergibt in verschiedenen Serien einen ähnlichen, aber nicht identischen Ton.

Zuordnungstabelle ORACAL 641 — RAL — PANTONE

Die Serie 641 ist das Arbeitspferd der Außenwerbung: eine matte Folie von 80 µm mit etwa vier Jahren Lebensdauer. Die Tabelle führt 60 Farben der Serie mit den nächstliegenden Entsprechungen in den beiden anderen Systemen. Das Muster links gibt die Farbe nur grob wieder — es leuchtet auf dem Bildschirm, während Folie Licht reflektiert.

Ungefähre Entsprechung der ORACAL-641-Folien zu RAL und PANTONE
Muster Bezeichnung ORACAL 641 RAL PANTONE
— Transparent 000 – —
Weiß 010 9003 —
Goldgelb 020 1033 1235
Signalgelb 019 1003 125
Gelb 021 1023 116
Hellgelb 022 1021 115
Schwefelgelb 025 1016 107
Purpurrot 026 – 505
Bordeaux 312 – 195
Dunkelrot 030 3003 1807
Rot 031 3000 200
Hellrot 032 3020 1795
Orangerot 047 – 179
Orange 034 2004 7417
Hellorange 036 2008 164
Pastellorange 035 2003 1585
Purpur 404 – 7447
Violett 040 – 520
Lavendel 043 4005 2655
Flieder 042 – 257
Rosa 041 9010 219
Hellrosa 045 – 211
Tiefseeblau 562 – 533
Stahlblau 518 – 289
Dunkelblau 050 5013 281
Kobaltblau 065 5013 2756
Königsblau 049 5002 280
Brillantblau 086 – 2736
Blau 067 – 647
Azurblau 057 5017 2945
Enzianblau 051 – 301
Enzian 098 – –
Azur 052 5015 300
Himmelblau 084 – 7461
Hellblau 053 – 2995
Eisblau 056 – 2915
Türkisblau 066 – 321
Türkis 054 – 326
Minze 055 – 338
Dunkelgrün 060 6005 3435
Forstgrün 613 – 3425
Grün 061 6029 341
Grasgrün 068 – 348
Hellgrün 062 – 355
Gelbgrün 064 6018 361
Limonengrün 063 – 368
Schwarz 070 9005 426
Dunkelgrau 073 7043 425
Grau 071 7005 cool gray 9
Asphaltgrau 076 7045 cool gray 8
Mittelgrau 074 7042 422
Hellgrau 072 7035 428
Braun 080 8017 7533
Nussbraun 083 8023 1605
Hellbraun 081 1011 729
Beige 082 – 7501
Creme 023 – 7402
Silber (metallic) 090 9006 –
Gold (metallic) 091 – –
Kupfer (metallic) 092 – –

Warum es nie exakt passt

Der Hauptgrund ist Physik, nicht die Qualität der Kataloge. Ein Bildschirm strahlt Licht ab und mischt Farbe nach RGB. Der Druck legt Farbe auf Papier und arbeitet in CMYK, zieht also Farbe vom Weiß ab. Folie ist in der Masse pigmentiert. Lack auf Metall bringt zusätzlich eine eigene Struktur mit. Das sind vier verschiedene Wege zu dem, was das Auge „dasselbe Rot“ nennt.

EIN UND DIESELBE FARBE DURCHLÄUFT VIER MEDIENEntwurf am BildschirmRGB, LichtHelligkeit und MonitorprofilDruckCMYK, FarbePapier, Raster, DichteFoliePigment in der MasseCharge, glänzend oder mattLackierungRAL, PulverStruktur, GlanzWarum es nie exakt passtEin Bildschirm leuchtet, Folie und Lack reflektieren — physikalisch verschiedene Wege zur Farbe.Dazu Raumlicht, Blickwinkel und Oberfläche: derselbe Code wirkt auf matterund glänzender Fläche verschieden.Die Tabelle ist daher ein Ausgangspunkt; entschieden wird am physischen Muster
Der Weg der Farbe vom Entwurf zum Produkt: bei jedem Schritt verschiebt sie sich

Zur Physik kommt das Licht. Eine bei Tageslicht beurteilte Farbe zieht unter warmer Glühlampe ins Gelbe, unter kalter LED ins Blaue. Der Effekt, dass zwei Muster unter einem Licht übereinstimmen und unter einem anderen auseinandergehen, heißt Metamerie — und ist der häufigste Anlass für Streit mit dem Kunden vor Ort.

Der dritte Faktor ist die Oberfläche. Matte Folie streut das Licht und wirkt heller und weicher, eine glänzende derselben Nummer satter und dunkler. Deshalb gilt „RAL 5015 = ORACAL 084“ nur mit dem Zusatz „ungefähr“ — und bei großem Umfang gehört genau das in den Vertrag.

So treffen Sie die Farbe

  • Beginnen Sie bei dem Medium mit der größten Farbfläche. Ist der Hauptteil eine lackierte Fassade, bildet RAL die Basis und die Folie wird daran angepasst. Ist die Basis ein gedruckter Katalog, beginnt man bei PANTONE.
  • Prüfen Sie am Fächer, nicht am Bildschirm. Ein RAL-K7-Fächer oder ein Pantone-Buch ist sein Geld wert: kein Monitor zeigt die Farbe so, wie sie auf dem Material landet.
  • Betrachten Sie Muster in dem Licht, in dem das Produkt hängen wird. Ein Schild draußen und in der Dämmerung mit Beleuchtung, ein Innenschild unter den Lampen des Raums.
  • Bestellen Sie eine Musterlackierung oder einen Probeabschnitt. Für die Pulverbeschichtung auf demselben Metall, für Folie ein Stück aus derselben Charge. Chargen unterscheiden sich, und auf einem langen Schild sieht man die Naht zweier Rollen.
  • Halten Sie in Dokumenten den Code fest, nicht den Namen. „Blau“ ist keine Farbe; „RAL 5015, ORACAL 641-084“ ist eine.
  • Für das Corporate Design die ganze Kette notieren. Ins Brand Book gehören PANTONE für den Druck, CMYK für die Produktion, RGB und HEX für den Bildschirm, RAL und ORACAL für die Außenwerbung. Dann bleibt dem Dienstleister nichts zu raten.

Das Wichtigste in Kürze

RAL für Lack, PANTONE für Druck, ORACAL für Folie. Die Tabelle oben übersetzt zwischen ihnen mit der Genauigkeit „nächster Farbton“, und das reicht, um ein Angebot zu kalkulieren, ein Muster zu bestellen und den Entwurf freizugeben. Was sie nicht ersetzt, ist ein physisches Muster bei Tageslicht: das letzte Wort hat immer dieses.

Wenn Sie ein Schild, eine Fahrzeugbeschriftung oder ein Corporate Design beauftragen und die Farbe über alle Medien halten wollen, schreiben Sie uns — wir bestimmen die Codes und halten sie vor Arbeitsbeginn fest.